
Um den Mühlen der Stadt zu jeder Jahreszeit ausreichende Wassermengen zur Verfügung stellen zu können, war es notwendig, aus der Lauter Wasser in einen künstlichen Wasserlauf zu entnehmen, den städtischen Mühlgraben. Dieser bestand bereits im 13. Jahrhundert, vermutlich sogar früher. Der Mühlgraben nahm an einem Wehr unterhalb des Eichbergs seinen Anfang, in etwa dort, wo sich heute die Brücke am Schwimmbad befindet. Hier, bei der heute wüsten Siedlung Wickers, befand sich die Lohmühle, die etwa in den 1830 er Jahren ihren Betrieb einstellte. Im weiteren Verlauf floß der Mühlgraben zur Oberen Schlagmühle, wo er sich mit dem Köhlerschen Mühlgraben vereinigte, zur Eichmühle, wurde am Wörth über den Wörther Bach (Wasserlauf vom Pfeifenweiher) geführt und floss Hinter dem Spittel und am Hohhaus vorbei zur Stadtmühle. Unter der Mang floss er weiter Richtung Graben, unter der heutigen Gaststätte zum Ankerturm hindurch, dann am oberen Graben entlang zur Spittelsmühle. Von dort weiter zur Högerichsmühle und mündete schließlich kurz vor der Brücke über die Fuldaer Straße wieder in der Lauter.
Am Mühlgraben siedelten sich Gewerbebetriebe an, die selbst Wasser aus dem Graben nutzten wie die Weberei Wenzel und Hoos, die Blechwarenfabrik, das Elektrizitätswerk, die Weberei Gebrüder Diehm und der Schlachthof, der zum Ärger der Anwohner seine Abwässer in den Graben leitete.
Anfang des 20. Jahrhunderts begann man, den Mühlgraben zu überdecken. Zunächst im Bereich des Hohhauses und hinter dem Spittel, wo das Elektrizitätswerk entstand. 1914 bekam der Mühlgraben auch Am Graben eine feste Abdeckung aus Steinblöcken und schließlich eine Verrohrung, später dann der Bereich am Wörth.
Mit dem Ende der Mühlenbetriebe in den 1950 er Jahren wurde der Mühlgraben für seinen ursprünglichen Zweck mehr und mehr überflüssig. Als Anfang der 1960 er der Neubau der Eichbergschule geplant wurde, entschloss sich die Stadt, den unmittelbar ans Grundstück der Schule grenzenden Mühlgraben 1964 stillzulegen und zuzuschütten.













