
Die Obere Schlagmühle, nach der nahe gelegenen ehemaligen Siedlung Wickers auch „Schlagmühle im Wickers“ genannt, war ein Ölmühle und wurde 1418 erstmals urkundlich erwähnt. Sie gehörte ursprünglich den Hattenbachern, später den Riedeseln und wurde verpachtet. Im Dreißigjährigen Krieg, am 10. Juli 1640, legten Kaiserliche Truppen in der Schlagmühle Feuer, das jedoch vom damaligen Besitzer gelöscht werden konnte. Kurz darauf wurde die Mühle durch einen Neubau ersetzt.
Der Name Schlagmühle bezieht sich auf die hier verwendete Technik: In der Mühle wurde Ölfrucht nicht mit Mühlsteinen gemalen, sondern zerstampft. Das oberschlägige Mühlrad trieb eine Welle an, die ähnlich einer Nockenwelle Hebel betätigte, die wiederum schwere Stampfer auf und ab bewegten und so die Frucht zerstampften. Das Schlagwerk war größtenteils aus Holz.
Im Jahr 1713 ging die Mühle in den Besitz der Familie Köhler über, die sie fast 250 Jahre lang betrieben hat. 1961 wurde die Mühle vom letzten Müller, dem damals schon hoch betagten Friedrich Köhler, genannt Schlagfried, an die Stadt verkauft. Der Mühlenbetrieb war bereits in den 1950er Jahren eingestellt worden. Obwohl zunächst die Erhaltung angedacht war, wurde die Mühle 1968 abgebrochen. Das Schlagwerk wurde zuvor ausgebaut und in der Stadtmühle ausgestellt.















